BAETTLE RESEARCH
www.baettle.net ist das zweite Modul des Rechercheprojekts baettle research, das die baettlegroup for art 2006 unter all jenen Innsbrucker Kulturtreibenden durchgeführt hat, die als autonome Kulturschaffende, VeranstalterInnen und/oder Interessenvertretungen in einem zeitkulturellen Kontext arbeiten und so das aktuelle Kulturleben der Stadt wesentlich gestalten: Kulturinitiativen, KünstlerInnengruppen und Plattformen im Kulturbereich sowie EinzelkünstlerInnen und KulturexpertInnen wurden mit dem Ziel befragt, die Bedingungen, unter denen Kulturarbeit in Innsbruck gemacht wird, die bestehenden Netzwerke, die Wünsche, Visionen und Ziele der Kulturtreibenden abzubilden. Insgesamt besteht das Projekt aus drei Modulen: einem Stadtplanplakat [Modul 1] [PDF im Downloadbereich], der Website www.baettle.net [Modul 2] und einem HandBuch zum Downloaden, in dem grundlegende Texte zu den bestimmenden Themen unabhängiger Kulturarbeit gesammelt sind [Modul 3] [PDF im Downloadbereich].
Konzeption und Durchführung von baettle research // Entwicklungsteam
Dem Entwicklungsteam von baettle research gehörten an:
Ingeborg Erhart für die Tiroler Künstlerschaft, Carmen Gratl und Thomas Gassner als VertreterInnen der freien Theaterszene, Barbara Hundegger für die GAV und die IG Autorinnen Autoren, Ulli Mair und Chris Koubek für die p.m.k, Gudrun Pechtl und Helene Schnitzer für die TKI, Arno Ritter für das aut. architektur und tirol, Andrei Siclodi für das Künstlerhaus Büchsenhausen sowie Esther Pirchner (inhaltliche Umsetzung/ Recherche). Die Agentur TRANSPORTER Concept.Print.Web. zeichnet für die Gestaltung und Programmierung verantwortlich. Die Programmierung erfolgte in Zusammenarbeit mit wirsing.
Fragebogen // Modul 1: „Stadtplan“ // Modul 2: www.baettle.net – „Initiativen“
Als ersten Teil der Recherche erstellte die Gruppe einen Fragebogen und führte anhand dessen unter 77 in Innsbruck tätigen Kulturinitiativen, KünstlerInnengruppen und Interessenvertretungen eine Befragung zu sieben verschiedenen Themenkreisen durch:
- Grundlegende Informationen zur Initiative;
- Entstehungsgeschichte und Ausrichtung;
- Tätigkeitsfelder und Interessen;
- Räumliche Verortung;
- Vernetzung mit anderen Initiativen:
- Finanzierung der Kulturtätigkeit sowie
- Wünsche, Anregungen und Probleme im Zusammenhang mit der Kulturtätigkeit.
Ein Teil der Ergebnisse dieser Befragung wurde im Juni 2006 in Form eines Stadtplanplakats, dem ersten Modul von baettle research veröffentlicht. Auf ihm wurden die wichtigsten Daten zu den einzelnen Initiativen, ihre räumliche und virtuelle Verortung, vor allem aber auch ihre Vernetzung untereinander und nach außen dargestellt.Der Menüpunkt Initiativen von www.baettle.net knüpft an diesen Stadtplan an. Er enthält die am Plakat veröffentlichten sowie weiter gehende Informationen zu den in den freien Kulturszenen Innsbrucks tätigen Gruppierungen.
Interviews // Modul 2: www.baettle.net – „Zahlen.Werte“, „Worte.Taten“
Die Antworten auf die quantitativen Fragen des Fragebogens bildeten die Basis für eine statistische Untersuchung, deren wichtigste Ergebnisse unter dem Menüpunkt Zahlen.Werte von www.baettle.net zu finden sind. Die gesamte Studie steht dort und im Downloadbereich als PDF zum Download zur Verfügung.
Neben den statistisch auszuwertenden geschlossen und halboffen gestellten Fragen enthielt der Fragebogen von baettle research auch eine ganze Reihe von offen formulierten Fragen, wodurch die Initiativen die Möglichkeit hatten, ausführlich auf die Bedingungen einzugehen, unter denen Kulturarbeit in Innsbruck geschieht. Aus den gesammelten Antworten ergaben sich mehrere Themengebiete, anhand derer sich zentrale Aussagen über das Innsbrucker kulturelle Leben und seine zukünftige Entwicklung treffen lassen, so z.B. die konkrete Arbeitssituation der Kulturschaffenden, die räumlichen Bedingungen, Erfahrungen mit der Fördervergabe oder Visionen und Anregungen für die Zukunft.
Diese Themengebiete wurden in 21 vertiefenden Interviews mit EinzelkünstlerInnen und VeranstalterInnen aus verschiedenen kulturellen Sparten sowie mit Personen, die in Interessenvertretungen tätig sind, genauer behandelt. Ziel der qualitativen Befragung im Rahmen des Fragebogens und der Interviews war es, zu konkreten Vorstellungen und Konzepten zu gelangen, wie das kulturelle Leben in Innsbruck in Zukunft aussehen könnte bzw. welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssten, um eine weitere positive Entwicklung im Innsbrucker Kulturleben zu forcieren.
Die nicht quantitativ auszuwertenden Antworten auf die Fragebögen und die Interviews bilden die Grundlage für die Gestaltung des Menüpunktes Worte.Taten von www.baettle.net, der elf zentrale Themen der freien Kulturarbeit umfasst. Selbstverständlich nimmt für alle Befragten die eigene Arbeitssituation eine bedeutende Rolle ein, wobei zu bemerken ist, dass sich EinzelkünstlerInnen finanziell und von der Absicherung her fast durchwegs in einer prekären Situation befinden. Etwas besser sind die Bedingungen für jene, die in Kulturinstitutionen arbeiten. Unter ihnen können einige von ihrer Kulturarbeit leben – fast immer jedoch erst nach einer mehrjährigen Aufbauphase, in der sie viel unbezahlte Arbeit geleistet haben. Einen Sonderfall bildet die Sparte Architektur, da hier ein künstlerischer Anspruch mit der Abwicklung komplexer bautechnischer Abläufe und der wirtschaftlichen Führung eines Betriebs verbunden werden muss.
Neben den persönlichen Arbeitsbedingungen zählen die schwierige räumliche Situation und der Wunsch nach mehr Akzeptanz von Subkultur bzw. mehr Auseinandersetzung mit freier Kulturarbeit seitens der politisch Verantwortlichen sowie nach erhöhter Transparenz bei der Vergabe von Fördergeldern zu den am häufigsten angesprochenen Themen. Auffallend viele Kulturtreibende hoben darüber hinaus die Bedeutung von Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb der freien Szenen und das Fehlen einer breiten medialen Öffentlichkeit in Bezug auf unabhängige Kulturarbeit hervor.
Auf www.baettle.net – Worte.Taten werden diese Themen zum einen durch eine Auswahl von Zitaten aus den Interviews und Fragebögen abgehandelt, zum anderen in theoretischen Texten, die von KulturexpertInnen im Auftrag der baettlegroup for art verfasst wurden. Sie ergänzen die Zitate und stellen sie in einen überregionalen Kontext.
Modul 3 – HandBuch
Als Nachlese zum Gesamtprojekt entstand das dritte Modul von baettle research, das HandBuch, das als PDF im Downloadbereich heruntergeladen werden kann. In ihm sind die theoretischen Texte der AutorInnen, ein Text über die Entstehung und Entwicklung von baettle research sowie ein Basistext zur Position und Bedeutung unabhängiger Kulturarbeit enthalten.
Weitere Entwicklung
Die nun abgeschlossene Recherchearbeit von baettle research bildet den Ausgangspunkt für die weitere Tätigkeit der baettlegroup for art. Im Rahmen von Arbeitskonferenzen mit den kulturpolitischen EntscheidungsträgerInnen der Stadt Innsbruck sollen die wichtigen Fragestellungen und Ergebnisse aus der Recherche diskutiert und weitere positive Entwicklungen im Sinne einer lebendigen Kulturstadt Innsbruck erreicht werden.
baettlegroup for art mit Stadtplanplakat // Foto © Andreas Fischer
